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Burg Hessental – Evangelische Matthäuskirche:
Das älteste Bauwerk in Hessental ist die heutige evangelische Matthäuskirche. Sie befindet sich auf einer kleinen Anhöhe am früheren Nordrand des Dorfes.

Erstmals wird die Kapelle zum hl. Matthäus im Jahr 1365 erwähnt. Der romanische Turmchor weist in die Zeit des 12. Jahrhunderts. Die unteren drei Steinlagen des Turms zeigen ausgesprochene Buckelquader, die der Zeit der Staufenkaiser zugehören. Es handelt sich wohl – wie die nächsten drei,  vermutlich nachträglich geglätteten Lagen – um die Reste der abgegangen Burganlage der Herren von Hessental. Von der Comburg aus dürften sie zu einer Kapelle umgebaut worden sein.
Glocken: Bis 1917 befanden sich zwei Glocken aus dem Jahre 1696 und 1705 auf dem Kirchturm. Diese beiden Glocken fielen dem ersten und zweiten Weltkrieg zum Opfer.

1950 wurden zwei neue Glocken der Firma Heinrich Kurz, Stuttgart, auf den Turm gebracht. Eine der Glocken wurde von dem Fabrikanten Walter Probst, Hessental gestiftet, die dritte Glocke, eine Leihglocke aus Schlesien wurde 1561 in Breslau gegossen.

Altarschrein: Der einzig verbliebene Kunstbesitz der Kirche ist das Kruzifix, eine Arbeit aus dem 17. Jahrhundert (1645). Bis 1893 befand sich ein spätgotischer Flügelaltar in der Kirche. Dieser wurde leider zu Gunsten einer Kirchenerneuerung an einen Stuttgarter Altertumshändler verkauft, trotz heftigens Einspruchs der Königl. Behörde für Altertumsdenkmale.

Fliegerangriff 1944:
Die evangelische Kirche wurde am 13. September 1944 ein Opfer des Fliegerangriffs, der den militärischen Anlagen des Hessentaler Flugplatzes gelten sollte. Außer der Kirche brannten vierzehn Wohngebäude und fünfundzwanzig landwirtschaftliche Gebäude nieder. Ein Hessentaler Einwohner fand dabei den Tod. Die Kirche wurde 1948/50 nach Plänen von Prof. Lempp, Stuttgart wieder aufgebaut.

Die Geistlichen :
Bis 1938 wurde die evangelische Kirchengemeinde Hessental vom evangelischen Pfarramt Tüngental bedient. Auf Antrag der Kirchengemeinde konnte im Februar 1939 das Filialverhältnis zu Tüngental gelöst und eine ständige Stadt-Pfarrverweserei eingerichtet werden.

Nachfolgende evangelische Geistliche taten hier ihren Dienst:

1939  Pfarrverweser Wilhelm Schmelzle
1939-1943 Pfarrer i. R. Karl Erhard
1943  Pfarrer i. R. Christian Heller
1943-1946 Pfarrverweser Eugen Roos
1946-1950 Pfarrer Joh. Kiefel
1950-1963 Pfarrer Erich Heinlein
1963-1964 Pfarrverweser Peter Daniel
1964-1976 Pfarrer Martin Wissner
1976-1995 Pfarrer Dieter Süßmuth
1995-1996 Pfarrer Eberhard Messner
1996-1997 Pfarrerin Sabine Gruber-Dürr und Pfarrer Ralph Gruber
1997-1998 Pfarrer Ralph Gruber
1999 –       Pfarrer Johannes Beyerhaus
2000 –       Pfarrer Hartmut Bullinger
Das Pfarrhaus Grauwiesenweg 14 wurde 1959 erbaut.

Ausstattung der Kirche:
Die Orgel in der wiederaufgebauten Matthäus-Kirche besitzt zwölf Register. Sie wurde 1953 durch die Firma Walcker, Ludwigsburg erstellt. Eine elektroautomatische Turmuhr samt elektrischer Läuteanlage konnte 1956 installiert werden. Eine elektrische Fußbankheizung sowie die farbigen Glasfenster, die vier Evangelisten darstellend, wurden anläßlich einer Innenerneuerung der Kirche 1971 eingebaut.

Friedhof: Der Begräbnisplatz der evangelischen Kirchengemeinde war bis 1887 der sich um die Kirche lagernde Friedhof mitten im Ort. Ab Sommer 1887 wurde der neue Friedhof am Westrand des Dorfes, an der Hirtengasse gelegen, in Benutzung genommen.
1960 wurde eine Leichenhalle erstellt; dabei wurde der Friedhof erstmals erweitert. 1964 und 1975 mußte der Gottesacker abermals vergrößert werden.

Obwohl der Friedhof seit 1887 in bürgerlichem Eigentumstand, ließen die katholischen Gemeindeglieder überlieferungsgemäß ihre Verstorbenen auf dem Steinbacher Friedhof bestatten. Diese Übung wurde erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben.

Gemeindeleben:
In der Matthäusgemeinde besteht seit 1925 ein Kirchenchor.
Ein Posaunenchor konnte 1959 gegründet werden.
Der evangelische Kindergarten besteht seit 1945. 1957 zog er in das der Stadt Hall gehörende Kindergartengebäude im Nixenweg 7 ein.

Die Süddeutsche Gemeinschaft besteht am Ort seit 1920.